Die Nase zu, der Mund auf. Warum Erkältungen öfter auf die Zähne schlagen, als man denkt.
Morgens hängt der Nebel über dem Lechfeld, die Tage werden spürbar kürzer und die Mütze wird wieder aus dem Schrank geholt. Mit dem November beginnt die Jahreszeit, in der gefühlt jede zweite Person schnieft, hustet oder sich mit Tee und Wolldecke aufs Sofa zurückzieht.
Was dabei kaum jemand auf dem Schirm hat: Eine Erkältung betrifft nicht nur Nase und Hals. Auch die Zähne und das Zahnfleisch werden davon beeinflusst.
Wenn die Nase streikt, übernimmt der Mund
Ist die Nase zu, atmen wir automatisch durch den Mund, tagsüber und vor allem nachts. Das ist natürlich, hat aber eine Nebenwirkung: Der Mund trocknet aus. Dabei ist Speichel der wichtigste natürliche Schutz unserer Zähne. Er spült Essensreste weg, neutralisiert Säuren und versorgt den Zahnschmelz mit Mineralien. Fehlt er, haben Bakterien leichteres Spiel. Das Zahnfleisch kann gereizt reagieren, der Atem ist morgens etwas strenger und das Kariesrisiko steigt.
Halsweh, Hustenbonbon, heiße Zitrone
Bei einem Racheninfekt greift man zu dem, was guttut: Lutschbonbons, heiße Zitrone, Hustensaft. Das ist absolut verständlich. Nur stecken darin oft mehr Zucker und Säure als gedacht und weil man sie über den Tag verteilt zu sich nimmt, sind die Zähne quasi im Dauereinsatz. Gleichzeitig ist der Körper mit der Abwehr beschäftigt. Auch das Zahnfleisch reagiert in dieser Zeit manchmal empfindlicher, etwa mit Bluten beim Putzen.
Was viele nicht wissen: Die Wurzeln der oberen Backenzähne liegen ganz nah an der Kieferhöhle. Ist diese bei einer Erkältung entzündet, kann sich das wie Zahnschmerz anfühlen, obwohl der Zahn selbst völlig gesund ist. Halten die Schmerzen nach dem Abklingen der Erkältung an, lohnt sich deshalb ein Blick von zahnärztlicher Seite.
Dunkle Tage, angespannter Kiefer
Und dann ist da noch etwas, das mit dem Herbst kommt. Die Tage werden kürzer, das Jahresende rückt näher, und der Kalender füllt sich. Viele nehmen diese Anspannung unbewusst mit in die Nacht und pressen oder knirschen im Schlaf mit den Zähnen. Typische Hinweise sind ein verspannter Kiefer am Morgen, Kopfschmerzen beim Aufwachen oder Zähne, die plötzlich empfindlich auf Kälte reagieren. Wer das bei sich bemerkt, darf es gerne beim nächsten Termin ansprechen. Oft lässt sich mit einfachen Mitteln gut gegensteuern.
Unsere 5 LEXperten Tipps für die Erkältungszeit:
/ Viel trinken – Wasser oder ungesüßte Tees halten den Mund feucht und unterstützen den natürlichen Speichelschutz. In der Nacht hilft auch ein Glas Wasser am Bett.
/ Zuckerfreie Alternativen wählen – Viele Lutschbonbons und Hustensäfte gibt es auch in zuckerfreier Variante. Ein kurzer Blick auf die Packung lohnt sich.
/ Nach Saft und Zitrone kurz warten – Nach säurehaltigen Hausmitteln den Mund mit Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen etwa 30 Minuten warten. So wird der Zahnschmelz geschont.
/ Das Zahnfleisch sanft pflegen – Auch wenn es mal etwas blutet: weiterputzen, nur behutsamer. Ist die Erkältung überstanden, ist das außerdem ein guter Anlass für eine frische Zahnbürste. Hält das Bluten länger an, schauen die LEXperten gerne nach.
/ Den Kiefer bewusst entspannen – Tagsüber hin und wieder prüfen: Lippen locker geschlossen, Zähne leicht auseinander, Zunge entspannt. Kleine Erinnerung, große Wirkung.
Kurz gesagt:
Eine Erkältung ist lästig genug, die Zähne müssen nicht auch noch darunter leiden. Wer in der Infektionszeit etwas mehr trinkt, bei Bonbons und Säften genauer hinschaut und auf die Signale seines Kiefers achtet, kommt mit einem gesunden Lächeln durch den Herbst.
Falls es Sie gerade erwischt hat: Gute Besserung wünschen Ihnen Ihre LEXperten.